Fricktaler erkrampfen sich Cupknaller gegen Schweizer Rekordmeister
Die Ausgangslage vor dem Spiel schien für den Laien klar. Die Grossfeldmannschaft von Unihockey Fricktal sollte mit dem 1. Ligisten aus dem Kleinfeld, Wild-Goose Wil Gansingen, wenig Mühe bekunden. Aber bekanntlich hat der Cup seine eigenen Gesetze – und ein Derby sowieso.
Ausgeglichenes Startdrittel
Die beiden Mannschaften kennen sich auf und neben dem Feld bestens – es war also jedem klar, was einen erwartet. Ganz wie es sich für ein Cupspiel im August gehört, ist die Idee im Kopf eines Spielers und die Umsetzung davon noch relativ weit auseinander – technische Fehler, Ballgefühl und Kaltschnäuzigkeit? Fehlanzeige. Der erste sauber vorgeführte Angriff der Fricktaler, notabene in der 15. Minute, mündete aber dennoch in der Führung – Robin Koch traf zum 1:0. Die Gansinger reagierten aber umgehend, profitierten von einem der vielen Abstimmungsfehler bei den Fricktalern nach einem Freistoss und glichen wieder aus. Mit dem 1:1 gings erstmals in den Pausentee.
Doppelschlag reicht für Führung
Wer nun ein Erwachen und Sturmlauf der Fricktaler erwartete, sah sich bald eines Besseren belehrt. Das Spiel plätscherte etwas vor sich hin und lebte von vielen Fehlern, viel Stockeinsatz und teilweise ungestümen Zweikämpfen – Derby halt. Es waren jedoch nur die Fricktaler, welche daraus zwei Strafen aufgebrummt erhielten. Die zweite Strafe nützten die Gäste dank eines Schusses aus spitzem Winkel zur Führung. Die Fricktaler in der Folge etwas wacher, nutzten die Räume erstmals aus und konnten mit zwei bis drei sauberen Pässen die Mitspieler freispielen. Lukas Lütold und Neuzugang Hänny sorgten mit einem Doppelschlag innert zehn Sekunden für die Pausenführung - 3:2.
Im Cup zählt nur der Sieg
Im dritten Drittel stieg die spielerische Qualität der Partie erstmals etwas an, im einzigen Powerplay liessen die Fricktaler den Ball schön laufen, scheiterten aber gleich mehrmals am eigenen Unvermögen oder dem Torgehäuse und verpassten so die vorentscheidenden Zwei-Tore-Führung. Kurz nach dem Powerplay waren es dann erneut die Gäste, welche einen Fehler in der Hintermannschaft ausnutzen konnten und zum 3:3 ausglichen. Das Heimteam zeigte sich wenig beeindruckt und konnte exakt eine Zeigerumdrehung später durch eine Co-Produktion der beiden Neuzugänge wieder vorlegen. Dominik Schütz hatte auf Pass von Raffael Hänny getroffen. Diesen Vorsprung brachten die Fricktaler trotz einigen Schreckmomenten in der Schlussphase mehr oder weniger souverän über die Zeit. Es war der erwartete Krampf, doch im Cup zählt am Ende bekanntlich einzig der Sieg. Ein grosses Dankeschön geht an dieser Stelle an das Team von Wil Gansingen für den Cup-Fight und auch an die Zuschauer, welche trotz eines Mittwochabends Stimmung in die Halle Matte in Magden brachten.
Duell mit Rekordmeister
Damit haben sich die Fricktaler einen Cupknaller gegen den Rekordmeister und letztjährigen Vizemeister, den SV Wiler-Ersigen, wortwörtlich «erkrampft». Das Spiel findet am Samstag, 10. September um 19.00 Uhr in der Halle Matte in Magden statt. Das Team freut sich auf zahlreiche Unterstützung.
Unihockey Fricktal - Wild Goose 4:3 (1:1, 2:1, 1:1)
Halle Matte, Magden. 45 Zuschauer. SR Beck/Gubser.
Tore: 15. R. Koch (L. Lütold) 1:0. 16. D. Rohner (M. Rohner) 1:1. 32. J. Merkofer (D. Kern) 1:2. 35. L. Lütold (A. Itin) 2:2. 35. R. Hänny (D. Schütz) 3:2. 47. S. Näf 3:3. 48. D. Schütz (R. Hänny) 4:3.
Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Unihockey Fricktal. 1mal 2 Minuten gegen Wild Goose.